Beschreibung
Alphonse Dippenbrock, heute bekannt für seine ?Symphonischen Lieder? wie ?Lied der Nacht?, erlangte die Bewunderung seiner Zeitgenossen Mahler und Strauss mit seinem souveränen, postwagnerschen Umgang mit großen Orchesterbesetzungen zur Unterstützung leidenschaftlicher und trauriger Gesangslinien. Im Gegensatz zu ihnen ließ er sich jedoch hauptsächlich von der Poesie inspirieren, und in seinen Kompositionen dominieren Vokalkompositionen, die sich besonders durch ihre atmosphärische Anziehungskraft auszeichnen. Selbst wenn er für alternative Instrumente wie Gesang und Klavier schreibt, präsentiert Diepenbrock seine Lieder in einer ausladenden Art und Weise und betont wehmütige Wagner-Harmonien ? ein Genuss für jeden Zuhörer, der ein Repertoire sucht, das über die Lieder von Mahler und Strauss hinausgeht. Diepenbrock las viel und stützte sich in seinen Liedern auf viele Quellen: die klassische Antike, mittelalterliche religiöse Texte, alte niederländische Poesie, deutsche romantische Choräle, moderne französische Poesie und zeitgenössische niederländische Autoren. Das gemeinsame Thema dieser unterschiedlichen Stile in seinen Händen war eine Tendenz zu Mystik und spiritueller Ekstase. Da er mit den weltlichen Realitäten und gesellschaftlichen Entwicklungen unzufrieden war, interessierte er sich besonders für Gedichte über die Nacht und ihre Geheimnisse. In der Songproduktion wird dieser Reiz auf ?Der Abend? subtil und dann auf ?Kann ich in Musen heisse Wünchse Carry?, die beide auf Album 1 erscheinen, erotischer umgesetzt. Album 2 ist ausschließlich französischen Texten von Künstlern wie Verlaine und Rimbaud gewidmet, durchdrungen von Debussys nächtlichem Charakter. Album 3 enthielt Lieder mit lateinischen, italienischen und niederländischen Texten und gipfelte im Bejaard von 1917, in dem Diepenbrocks Empörung über die deutsche Invasion in Belgien im August 1914 zum Ausdruck kam.